Vorbereitung der Fläche:

Die Vorbereitung des Kartoffelackers beginnt schon mindestens ein Jahr vor der Aussaat. Bei uns im Betrieb wird eine 5-jährige Fruchtfolge in der Kartoffeln angebaut werden, eingehalten. Dadurch wird gegen Bodenkrankheiten und Schädlinge der Kartoffeln vorgebeugt. Als Vorfrucht verwenden wir meistens Wintergetreide auf der im Sommer nach der Ernte eine Gründüngung in Form einer Zwischenfruchtmischung mit hauptsächlich Ölrettich erfolgt. Der Ölrettich ist ein Tiefwurzler und lockert im Idealfall die Bodenstruktur, sorgt für Humusaufbau und fördert den Lebensraum für Regenwürmer. Ebenso werden Bodennährstoffe wie Stickstoff, Kalium und Phosphor für die Folgefrucht-Kartoffel gesichert. 

Die Zwischenfrucht friert im Winter normalerweise ab und kann in den Boden eingearbeitet werden. Nun können weitere Nährstoffe die von der Kartoffelpflanze zum wachsen wichtig sind, auf der Fläche ausgebracht werden. Zum Beispiel Hühnertrockenkot von unseren Naturland Kooperationsbetrieben. Dieser wird ebenfalls zeitnah in den Boden eingearbeitet um Ammoniakverluste zu verringern.

Pflanzung der Kartoffeln:

Die Vorbereitung der Aussaat fängt damit an die Pflanzkartoffeln zu beschaffen. Hierfür nutzen wir meistens eigenes Pflanzgut unserer Vermehrung des Vorjahres. Die Kartoffeln werden in luftdurchlässigen Kisten gelagert und ein paar Tage vor dem Pflanzen nach draußen ins warme gestellt um eine Keimanregung zu fördern. Dadurch hat es die Kartoffel im kälteren Boden etwas leichter und kann schneller nach oben wachsen.

Nun kann mit dem Vorbereiten des Saatbettes begonnen werden. Hierzu pflügen wir normalerweise das Land, hierdurch wird der Boden tief gelockert und Pflanzenreste der Zwischenfrucht komplett vom Oberboden entfernt.  

Im Nachgang wird der Boden mit einer Saatbettkombination rückverfestigt und grobe Kluten zerkleinert.

Das Pflanzen wird im Auftrag von einem Lohnunternehmer mit einer 4 reihigen Dammlegemaschine übernommen. Wir achten darauf in eine warme Wetterphase zu pflanzen um den Kartoffeln beste Bedingungen zum Keimen zu ermöglichen. 

Wachstum und Pflege der Kartoffel:

Bevor die ersten Kartoffelpflanzen aus dem Damm sprießen, müssen die Beikräuter mechanisch reguliert werden. Dazu nutzen wir im ersten Durchgang unseren Zinkenstriegel, dieser sorgt für eine Verschüttung und herausziehen der Unkräuter damit diese anschließend vertrocknen können. Etwa 2-3 Wochen später erfolgt der zweite Durchgang mit einer Dammfräse oder mit dem Dammhäufler. Es kommt erneut zu einer Beikraut Verschüttung und der Kartoffeldamm wird wieder geformt. 

Jetzt hat die Kartoffel beste Bedingungen um aus dem Boden zu sprießen, es sind etwa 4 Wochen nach dem Pflanzen vergangen. Der dritte und letzte Durchgang besteht aus Hacken/Häufeln zwischen den Dämmen.

In der Wachstumsperiode kommt es in fast jeden Jahr hin und wieder zu Wassermangel. Demnach Bewässern wir unsere Kartoffelpflanzen nach Wasserbedarf der Pflanze und Bodenverfügbarkeit.

In regenreicheren Jahren kann eine akute Gefahr von zu lang anhaltender Nässe in dem Kartoffelbestand entstehen, dies sind beste Bedingungen für die Kraut- und Knollenfäule. Eine sehr ansteckende Kartoffelkrankheit die zu extremen Ertragsausfall führen kann. Um die Blätter der Kartoffel zu schützen dürfen im Bio Anbau daher bestimmte Mengen an Kupfer Sulfaten mit einer Pflanzenschutzspritze ausgebracht werden. Ausbringmengen und Wartezeiten werden von den Kontrollstellen hierzu jährlich und ausgiebig kontrolliert.

Regelmäßgig kontrollieren wir die gewachsenen Knollen, haben die Kartoffeln ihre gewünschte Größe erreicht, beginnen wir mit dem Abschlägeln des Kartoffelkrautes. Bis zu dem Zeitpunkt hat die Kartoffel in etwa eine Wachstumszeit von 12-16 Wochen zurückgelegt. Wie schnell eine Kartoffel wächst ist oft sortenabhängig und witterungsbedingt.

Ernte und Lagerung der Kartoffel

Nach etwa 4 Wochen haben die Kartoffeln ihre Schalenfestigkeit erreicht und können für die Lagerung gerodet werden, hierzu kommt ebenfalls ein Lohnunternehmer und rodet mit einem 2 reihigen Vollernter. Um faule Kartoffeln, Kluten und Fremdgegenstände auf dem Feld auszusortieren, stehen wir meistens mit 2-4 Leuten auf dem Kartoffelroder zum Sortieren. Bei schönen Wetter ist das Highlight der Sortierkräfte die Mittagspause mit meistens leckeren Kartoffelgerichten von Margitta.

Die geernteten Kartoffeln werden per Anhänger zum Hof transportiert und von da aus in Kisten umgefüllt. Bis zum sortieren und abpacken der kleinen Beutel lagern die Kartoffeln frostfrei im Kistenlageraum.